Gerard Manley Hopkins

I WAKE AND FEEL THE FELL OF DARK / ICH WACH UND FÜHL DES DUNKELS FLUCH


I wake and feel the fell of dark, not day.
What hours, O what black hours we have spent
This night! what sights you, heart, saw; ways you went!
And more must, in yet longer light's delay.
Ich wach und fühl des Dunkels Fluch, nicht Tag.
Welche Stunden, o welch schwarze Stunden wir durchlitten
Diese Nacht! Was sahst du, Herz; Wege, die du beschritten!
Und mußt mehr, da im Verzug das Licht noch länger zag.
   
With witness I speak this. But where I say
Hours I mean years, man life. And my lament
Is cries countless, cries like dead letters sent
To dearest him that lives alas! away.
Vor Zeugen erzähl ich dies. Doch, wo ich sag'
Stunden, mein' ich Jahre, meine Leben. Und mein Bitten
Ist Schreie scharenweise, Schreie wie tote Briefe,
abgeschnitten
Vom Geliebten, zu dem ich ach! doch keine Nähe wag'.
   
I am gall, I am heartburn. God's most deep decree
Bitter would have me taste: my taste was me;
Bone built me, flesh filled, blood brimmed the curse.
Ich bin Galle, bin Sodbrennen. Gottes wahrhaftige Weisheit
Schmeckte mir bitter: mein Geschmack war ich, war Bitterkeit;
Gebein baute, Fleisch füllte mich, hochbrodelnd des Blutes
Joch.
   
Selfyeast of spirit a dull dough sours. I see
The lost are like this, and their scourge to be
As I am mine, their sweating selves; but worse.
Selbstgärung des Geistes, sauer durch einen trägen Teig.
Dies ist die Last Verlorener, denn zu sein ist auch ihr Leid,
So ich das meine bin, sind sie das ihrige, nur ärger noch.
(1885?)


Besucher: 31336 umsetzung © karsten richter