Edward de Vere

LABOUR AND ITS REWARD / ARBEIT UND ENTGELTUNG


The labouring man, that tills the fertile soil
And reaps the harvest fruit, hath not indeed
The gain, but pain, and if for all his toil
He gets the straw, the Lord will have the seed.
Der Bauer, der sich abmüht mit dem Land
Und sät und erntet, wird des Lohns nicht froh.
Sein Anteil liegt wie Hohn auf seiner Hand.
Der Herr bekommt das Korn und er das Stroh.
   
The Manchet fine falls not unto his share,
On coarsest cheat his hungry stomach feeds.
The Landlord doth possess the finest fare,
He pulls the flowers, the other plucks the weeds.
Das ist kein Weißbrot, was man daraus bäckt.
Mit grober Kost betrügt er seinen Bauch.
Vom Feinsten ist nur, was der Gutsherr schleckt.
Ihm Blumen, jenem Unkraut - so ist′s Brauch.
   
The Mason poor, that builds the lordly halls,
Dwells not in them, they are for high degree.
His cottage is compact in paper walls,
And not with brick or stone, as others be.
Der arme Maurer, der das Gutshaus baut,
Wohnt nicht so gut auf seinen Länderei′n.
Dort schützen keine Mauern seine Haut.
Die Kate ist aus Pappe, nicht aus Stein.
   
The idle Drone, that labours not at all,
Sucks by the sweet of honey from the Bee.
Who worketh most, to their share least doth fall,
With due desert reward will never be.
Die faule Drone lebt vom Bienenfleiß.
Sie saugt den Honig, den vom Volk sie nimmt.
Der Lohn der Arbeit ist der Arbeit Schweiß,
Und was man kriegt, das hat man nie verdient.
   
The swiftest Hare unto the Mastiff slow
Oft times doth fall, to him as for a prey;
The Greyhound thereby doth miss his game we know,
For which he made such speedy haste away.
Der Mastiff stellt den Hasen auf der Jagd,
Obwohl der doch viel schneller ist als er.
Der Windhund hat hingegen oft versagt:
Er schoß der Beute blindlings hinterher.
   
So he that takes the pain to pen the book
Reaps not the gifts of goodly golden Muse.
But those gain that who on the work shall look,
And from the sour the sweet by skill doth choose.
So erntet, wer sich Bücher schreibend müht,
Nicht, was die Muse ihm versprach als Preis.
Die Früchte holt sich, der das Werk dann sieht
Und süß von sauer schlau zu trennen weiß.
   
For he that beats the bush the bird no gets,
But who sits still and holdeth fast the nets.
Dem, der den Busch schlägt, fliegt der Vogel weg,
Nicht dem, der still das Netz spannt im Versteck.
Andreas Koziol


Besucher: 32062 umsetzung © karsten richter